Weihnachtsgrüße, aber sicher!

Sie möchten heuer Ihren Kunden wieder eine Weihnachtspost schicken? Was gut gemeint ist, kann ein Schuss nach hinten sein. Wir haben Datenschutz-Experten Ludwig Notsch gefragt, worauf Unternehmen bei weihnachtlichen Versendungen achten müssen.

Kann ich als Unternehmen jedem Weihnachtsgrüße per Post schicken?
Ich empfehle jedem, nicht wahllos Weihnachtskarten zu verschicken, nur um Aufmerksamkeit zu erhaschen. Wenn Sie auf die Masse gehen möchten, gibt es Verlage. Bei denen können Sie entsprechende Adressen erwerben und holen Sie sich auch die Legitimation. So können Sie beispielsweise eine spezielle Karte nur an Brillenträger schicken. Das kann ich wärmstens empfehlen.
Wenn ich mir aber die Adresse von einem potenziellen Kunden aufschreibe, kann ich ihm doch eine nette Karte schicken.
Eben nicht. Das geht nur, wenn Sie ihn darauf ansprechen und er seine ausdrückliche Zustimmung gibt. Das geht dann so lange, bis er widerruft.
Und wie sieht es mit einem Weihnachtsgruß per E-Mail aus – worauf muss ich in Sachen Datenschutz achten?
E-Mail bedeutet digitale Kommunikation. Das heißt, hier kommt das Telekommunikationsgesetz zur Anwendung. Sie müssen sich an die rechtlichen Rahmenbedingungen halten: Sind Sie in einer Geschäftsbeziehung mit den Personen, dürfen Sie ihnen die Weihnachtsgrüße schicken. Wenn Sie aber potenzielle Kunden oder Interessenten kontaktieren möchten, benötigen Sie dafür die vorherige ausdrückliche Zustimmung. Entweder persönlich bei Ihnen im Laden bzw. Büro oder aber digital per Onlineanmeldung. Dazu empfehle ich das Double-Opt-in-Verfahren. Hier bekommt die Person nach der Onlinezustimmung noch ein E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst wenn sie diesen Link anklickt, gilt die Zustimmung. Und somit können Sie Weihnachtsgrüße und auch anderen Mailings rechtlich korrekt versenden.
Was ist mit Weihnachtsgeschenken? Da freut sich doch jeder über eine kleine Aufmerksamkeit.
Hier gibt es von mir ein glattes Jein. Bei bestehenden Kunden geht das. Anders sieht das bei Personen und Unternehmen aus, mit denen Sie in keiner aufrechten Kundenbeziehung stehen. Ich würde da den Versand von Weihnachtsgeschenken nicht nach einem Gießkannenprinzip abhandeln. Kaufen Sie professionell aufbereitete Datensätze, um potenzielle Kunden zu erreichen.
Was mache ich im umgekehrten Fall, wenn ich von einem Unternehmen jedes Jahr per Post eine Weihnachtskarte bekomme und das nicht will?
Wenn ich schon über viele Jahre diese Post vom Briefträger bekommen habe und das nicht mehr möchte, dann kann ich zurückschreiben und ersuchen, meinen Adresssatz zu löschen. Das würde ich mit einem eingeschriebenen Brief machen, damit ich einen Nachweis habe. Schickt mir das besagte Unternehmen weiterhin Post, ist das rechtsrelevant. Ich empfehle dann, gehen Sie zum Anwalt Ihres Vertrauens und lösen die Geschichte auf dem zweiten Weg.