Kundenmagazin: Drei Druckexperten stellen ihre Trends vor

Drei Experten, eine Meinung: Das klassische Produkt Kundenmagazin wird immer individueller und hochwertiger. Von der Materialauswahl bis hin zu Sonderformaten. Wie das funktioniert, verraten uns Mario Egarter von Samson Druck, Armin Kreiner von Kreiner Druck und Druckvermittler Winfried Dareb.

Ja, auch wir müssen es zugeben: Wir konzipieren, layouten und betreuen redaktionell jetzt weniger Magazine und Zeitungen als noch vor zehn Jahren. Gestaltete früher jeder unserer Redakteure zumindest ein Kundenmagazin laufend, so hat sich diese Zahl mehr als halbiert. Damit ist Zeit der Massenproduktion vorbei. Aber was wir schon seit einiger Zeit bemerken: Der Trend geht beim Kundenmagazin immer mehr in Richtung Individualisierung. Waren bei uns früher acht- oder zwölfseitige Magazine im A4-Format Standard, bewegt sich jetzt die Spanne vom Vierseiter im A3-Format bis zum 32-seitigen A4-Hochglanzprodukt. Die enge Zusammenarbeit mit den Druckereien wird immer wichtiger. Und deshalb haben wir drei Druckexperten gebeten, uns ihre Trends ins Sachen Kundenmagazin zu verraten: Mario Egarter von Samson Druck, Armin Kreiner von Kreiner Druck und Druckvermittler Winfried Dareb.

Was spricht in Zeiten der Digitalisierung für ein gedrucktes Kundenmagazin?

Mario Egarter von Samson Druck mit einem Stapel von gedruckten Magazinen
Mario Egarter: Ein hochwertiges, haptisches Medium, über welches sich der Kunde mit dem Unternehmen identifizieren kann, unterscheidet sich wesentlich in der Wahrnehmung von einem digitalen. Ein Druckprodukt ist nicht "nur" ein rein visuelles Erlebnis, sondern spricht mehrere Kanäle der Sinneswahrnehmung an. Das wirkt sich natürlich in einer höheren Response aus. Durch die Materialwahl und den Aufbau des Magazins besteht die Möglichkeit, bereits vor der bewussten Wahrnehmung des Inhalts mit einer hochwertigen Anmutung zu punkten, welche sich natürlich auf das jeweilige Unternehmen widerspiegelt. Weiters gibt es viele Möglichkeiten die "Message" dem Kunden schmackhaft zu machen.
Armin Kreiner im Büro von Kreinerdruck
Armin Kreiner: Der Mensch ist ein analoges Wesen. Im Kundenmagazin werden seine Sinne angesprochen - der Geruch des Papiers, das Hören beim Blättern, das Fühlen beim Angreifen des Papiers. Die Zeitung hat eine Seele, weil das Trägermaterial Holz ist und löst Emotionen aus. Digitale Medien sind schnell, aber nicht emotional. Erreichen kann man Menschen nur mit Emotion.
Winfried Dareb blaettert durch ein Kundenmagazin
Winfried Dareb: Was für ein Kundenmagazin spricht? Ganz einfach, ein Magazin behält man zu Hause und liest es auch später noch. Fürs Lesen einer gedruckten Zeitung nehme ich mir mehr Zeit und brauche Ruhe - im Gegensatz zur Onlinewelt, in der ich mittlerweile parallel mehre Infos aufnehme. Der Einstieg ist also ein ganz anderer. Weil eine angenehme Lesestimmung schafft nur Print!

 

Welche Trends sehen Sie in der Entwicklung von Kundenmagazinen?

Armin Kreiner und eine Mitarbeiterin kuvertieren
Armin Kreiner: Typografie wird immer mehr zum Schwerpunkt. Mir gefällt die aktuelle Entwicklung, dass Storys vom Titel bis zum Schlusssatz in einem Schriftbild bleiben und so in sich geschlossen sind. Und die Unterschiedlichkeit der Materialien ist heute schon fast Standard. Veredelungen - dezent eingesetzt - machen ein Produkt edel, wie der Begriff schon sagt.
Winfried Dareb stellt ein Kundenmagazin vor
Winfried Dareb: Kundenmagazine werden immer spezieller. Die Zielgruppe steht mehr und mehr im Fokus. Und natürlich geht die Entwicklung in Richtung Unterscheidung von anderen. Was wir auch merken: Das Porto ist oft der größte Kostenfaktor. Bei manchen unserer Produkte macht es 60 Prozent der Gesamtausgaben aus! Und deshalb versuchen viele, einen Kompromiss zwischen Papierstärke und optimaler Lesbarkeit zu schaffen. Das heißt, das Papier wird immer feiner, damit das Gesamtgewicht niedriger ist. Im Gegensatz dazu gehen gute Kundenmagazine den anderen Weg: Hier ist die perfekte Umsetzung in Sachen Design, Text und Druckmöglichkeiten das Um und Auf.
Mario Egarter von Samson Druck überprüft ein Kundenmagazin
Mario Egarter: Der Trend entwickelt sich klar in Richtung Qualität vor Quantität. Das beginnt bei der perfekt auf die Bedürfnisse des Kunden abgestimmten Materialauswahl, teilweise inklusive Materialmutationen (mehrere Materialien gemischt in einem Produkt verarbeitet). Wir produzieren regelmäßig klebegebundene Magazine. Das sorgt für einen Buchcharakter, der hochwertiger wahrgenommen wird, im Vergleich zu einer klassischen Rückenstichheftung.
Neben einer gelungenen grafischen Gestaltung gibt es unzählige Möglichkeiten der Veredelung und Weiterverarbeitung, auch in Form von Sonderformaten etc. Beispielsweise ist ein Magazin für ein Wellnesshotel gedruckt auf einem ungestrichenen übervolumigen Naturpapier mit einem Duftlack in Zirbelkiefer (Zirbe) veredelt bereits vor dem Lesen ein Erlebnis. Um den nachhaltigen Gesamteindruck abzurunden, bieten wir natürlich alle gängigen Umweltzertifikate (PEFC, FSC, Österreichisches-Umweltzeichen) bis hin zu einer komplett klimaneutralen Produktion.
Für hochwertige Kundenmagazine produzieren wir zusätzlich teilweise eigene Kuverts/Umschläge. Somit entsteht ein perfektes Gesamtpaket.

 

Welches Kundenmagazin gefällt Ihnen besonders?

Diese Kundenmagazin gefaellt Winfried Dareb
Winfried Dareb: Ganz ehrlich, ich wäre ein schlechter Geschäftsmann, wenn ich ein Kundenmagazin gegenüber dem anderen bevorzuge. Was ich schon zugebe: Mir gefallen fachliche Kundenmagazine am besten. Weil da passt für mich die Kombination aus Informationsaufbereitung und Haptik des Printprodukts perfekt zusammen.
Mario Egarter von Samson Druck liest ein Kundenmagazin
Mario Egarter: Da hätte ich natürlich einige Beispiele anzubieten :). Viele Magazine werden bereits in der Konzeption von uns gemeinsam mit dem Kunden entwickelt. Ein gelungenes Produkt harmoniert in sich. Was ein perfektes Zusammenspiel aus Materialien, Grafik, Druck, Verarbeitung und Veredelung bedeutet. Diesen Balanceakt zu meistern, ist unsere Passion. Qualität ist kein Zufall!
Armin Kreiner überprüft ein Druckprodukt
Armin Kreiner: Mit persönlich gefällt der KWF-Jahresbericht am besten. Hier ist die analoge drucktechnische Umsetzung gut gelungen. In der digitalen Version kommt das natürlich nicht zur Geltung ...

Damit wir es nicht vergessen ganz zum Schluss: Wir danken Mario Egarter von Samson Druck, Armin Kreiner von Kreiner Druck und Druckvermittler Winfried Dareb für das Gespräch!

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