Newsletter: So gestalten Sie Impressum und Offenlegung richtig
Nur die wenigsten Massenaussendungen per E-Mail haben ein korrektes Impressum – obwohl es gesetzlich vorgeschrieben und einfach umzusetzen ist. Wir zeigen Ihnen Tipps und Trick für das Impressum und die Offenlegung in Ihren Mailings.

Eine packende Einleitung, aussagekräftige und möglichst persönliche Bilder. Dazu knackige Titel und Vorspanntexte idealerweise mit Cliffhanger. In ein modernes Versandsystem gepackt, ergibt das den pefekten Newsletter. Ja, ich gebe zu, das ist eh schon bekannt und daran halten sich auch die meisten Newsletterversender. Worauf aber gern vergessen wird, sind das Impressum und die Offenlegung. Dabei geht es hier um Pflichtangaben, die gesetzlich geregelt sind.

Impressum im Newsletter: Einfach und trotzem meistens falsch

Das Impressum für Newsletter ist im Paragraf 24 des Mediengesetzes unter Punkt 3 angeführt: „In jedem wiederkehrenden elektronischen Medium … sind der Name oder die Firma sowie die Anschrift des Medieninhabers und des Herausgebers anzugeben.“ Das soll das Impressum beinhalten:
  • Name des Medieninhabers (Medieninhaber ist, wer die inhaltliche Gestaltung besorgt oder veranlasst)
  • Anschrift (volle Postadresse) des Medieninhabers
  • Name des Herausgebers (Herausgeber ist, wer die grundlegende Richtung bestimmt)
  • Anschrift (volle Postadresse) des Herausgebers
In den meisten Fällen sind der Medieninhaber und Herausgeber ident. Wichtig: Dieser Teil muss direkt im Newsletter ersichtlich sein, eine Weiterverlinkung auf die Daten ist nicht zulässig. Mich wundert aber, dass auch namhafte, große Unternehmen diese Vorgaben nicht so ernst nehmen. Ich habe mir in einem Newsletter-Workshop mit den Teilnehmern gemeinsamen deren Newsletter angesehen: Bei weniger als der Hälfte der vorgestellten Newsletter war das Impressum korrekt.

Newsletter-Impressum im Schnellcheck

Wir haben vier Newsletter untersucht:


 
Mario Egarter von Samson Druck mit einem Stapel von gedruckten Magazinen
Tchibo-Newsletter: Dieser Newsletter hat ganz, ganz viele schöne Angebote. Aber wo finde ich den Medieninhaber oder den Herausgeber? Und wo die Postadresse?
Armin Kreiner im Büro von Kreinerdruck
Newsletter von Hofer Reisen: Wow, die packen jede Menge an Infos rein - inklusive vollständiger Firmenname und Postanschrift. Aber auch hier fehlt die Unterscheidung zwischen Medieninhaber und Herausgeber.
Winfried Dareb blaettert durch ein Kundenmagazin
Porsche-Newsletter: Für mich einer der schönsten Newsletter, weil er komplett reduziert gehalten ist. So reduziert, dass im Footer nur der Firmenname Platz hat. Impressum im Newsletter? Fehlanzeige!
Newsletter-Impressum von Hornbach
Hornbach-Newsletter: Wow, da nimmt jemand die rechtlichen Vorgaben richtig ernst. Gratulation!

Offenlegung: Kompliziert, schützt aber vor Fakenews

Während das Impressum leicht umzusetzen ist, ist die Offenlegungspflicht deutlich komplizierter angelegt. Die Offenlegung zeigt den persönlichen und wirtschaftlichen Hintergrund eines Newsletters. Gerade in Zeiten von Fakenews ein aus meiner Sicht immens wichtiges Mittel zur Transparenz über den inhaltlichen Background eines Newsletters. Es macht einen Unterschied, ob der Newsletter von einem Unternehmen bezahlt wird oder aber von einem politisch orientierten Verein. Im Paragraf 25 des Mediengesetzes sind diese Pflichtangaben festgehalten:

Anzugeben sind der Medieninhaber mit Namen oder Firma, Unternehmensgegenstand, Wohnort oder Sitz (Niederlassung) und den Namen der vertretungsbefugten Organe des Medieninhabers, im Falle des Bestehens eines Aufsichtsrates auch dessen Mitglieder. Darüber hinaus sind für sämtliche der an einem Medieninhaber direkt oder indirekt beteiligten Personen die jeweiligen Eigentums-, Beteiligungs-, Anteils-, und Stimmrechtsverhältnisse anzugeben. Ferner sind allfällige stille Beteiligungen am Medieninhaber und an den an diesem direkt oder indirekt im Sinne des vorstehenden Satzes beteiligten Personen anzugeben und Treuhandverhältnisse für jede Stufe offenzulegen …

Große Newsletter haben es bei der Offenlegung schwerer

Die Offenlegung ist also deutlich komplizierter, muss dafür nicht gleich im Newsletter ersichtlich sein, eine Weiterverlinkung reicht. Und das Praktische dabei – es reicht, wenn man auf die Informationspflichten nach dem E-Commerce-Gesetz (ECG) verlinkt. Aber auch hier zeigt sich bei einem Schnellcheck, dass nur die wenigsten Anbieter völlig korrekt handeln. Ein Schlaraffenland für klagswillige Anwälte also. „Kleine“ Newsletterversender müssen jetzt nicht in Panik geraten. Die volle Offenlegungspflicht gilt nur für „große“ Newsletter. Das sind Versendungen, die die öffentliche Meinung beinflussen können. Im Juristendeutsch heißt das: Die Offenlegungspflicht betrifft Newsletter,
„die einen über die Darstellung des persönlichen Lebensbereichs oder die Präsentation des Medieninhabers hinausgehenden Informationsgehalt aufweisen, der geeignet ist, die öffentliche Meinungsbildung zu beeinflussen.“
Bei „kleinen“ Newslettern muss nur der Unternehmensgegenstand des Medieninhabers angeführt sein.

Mein Tipp

Zum Glück gibt es von der Wirtschaftskammer praktische Vorlagen für das Impressum und die Offenlegung bei Newslettern: Einfach hier klicken.

Ach ja, falls sich jemand für unser Website-Impressum interessiert – hier klicken genügt :-).

Autor: Matija Kampuš